Kleine Reste des Felsenberges in Oepitz bei Pößneck stehen heute noch. Eine immer bescheidenere Kulisse, die bald auf einen kleinen Rest beim Rosengarten reduziert sein wird und am Schluss nur noch die Bahnlinie nach Leipzig hinter sich verbergen kann. 

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Damals, 1830, stand unterhalb des Kalkfelsens der alte Gasthof Rosengarten noch recht abgelegen in einer naturnahen Landschaft. Ein guter Grund für die Wahl dieser Lage war sicher der immer noch bestehende Felsenkeller. Aufwändig in den Stein getrieben diente er als kühles Lager und Eisschrank, mit Eis, das im in Winter im nahen Teich für die warme Jahreszeit herausgesägt wurde.

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Das damalige Gebäude, mit grosszügigem Biergarten mit vielen Kastanienbäumen, war im Besitz der Pößnecker Bierbrauerei Rosen. Sicher liefen die Geschäfte erfolgreich bis zum verheerenden Brand 1902, denn schon im Folgejahr eröffnete der neue und gegenwärtige Rosengarten mit Schützenhaus wieder. Bis zum 2. Weltkrieg bildete das Gasthaus vor Ort das erste Begegnungszentrum in Oepitz. Tanz, Vereinsleben, Kirmes, alle Arten von Anlässen fanden im Rosengarten reichlich Raum.  Nach dem Krieg wurde die Anlage Staatseigentum. Dem Vereinsleben blieben die Räume teilweise erhalten, wurden jedoch zusätzlich geöffnet für Kindergarten, Turnhalle und Bibliothek. Ende der 70iger funktionierte eine Gruppe junger Leute den Rosengarten zu einer regional bekannten und viel besuchten Diskothek um. Nach der Wende 1989 verlor der Rosengarten zunehmend an Bedeutung und wurde schliesslich von der Brauerei um 2007 abgestossen. Mit dem Übergang von Privat- in Staatsbesitz nach dem Krieg wurde das Gebäude wenig sorgfältig unterhalten, zum Teil gar vernachlässigt, sodass ein äusserer Verfall einsetzte und damit ein stetiger Wertverlust. Die Umnutzungen haben teilweise die ursprüngliche Bausubstanz ungünstig verändert. Der Mangel an finanziellen Mitteln hat jedoch auch weite Teile erhalten.

Mir begegneten Liegenschaft und Grundstück über das Internet. 2010 habe ich den Rosengarten von einem Makler aus Wiesbaden übernommen. Mein Projekt zum Thema die 3 grundlegenden Kontakträume hat einen realen Raum bekommen. 

Ideen für Nutzungen und Erhaltung des Gebäudes waren und sind zahlreich vorhanden. Als sinnvolle Trägerschaft wurde bald ein gemeinnütziger Förderverein gegründet. Leider blieb das Echo und Interesse für einen neuen Begegnungsort regional klein, so dass der Verein keine Option für eine stabile Zukunft wurde. Eine reale Zusammenarbeit mit Ortsansässigen fand so 2015 ein Ende. Nur wenige Menschen sind dem Rosengarten heute noch und weiterhin treu.

Aktuell wird der Rosengarten als Lager, als Ferienhaus/Atelier und für Vorträge im Sommerhalbjahr genutzt.